Dienstag, 27. März 2012 • 20 Uhr

Sabine Peters
Feuerfreund / Roman

aEine intensive Geschichte über Liebe und Loslassen, über eine junge Frau und einen sehr viel älteren Mann

Inhalt

Rupert schickt Marie aus Portugal Briefe, in die er Federn, Zigaretten, Ziegenzähne oder Schmetterlingsflügel einlegt. Bald ziehen die beiden zusammen ans hinterste Ende von Ostfriesland, dort schreiben sie ihre Bücher. Aber: 33 Jahre Altersunterschied, wie geht das? Rupert ist ein Feuerfreund, er hütet gern die Glut im Küchenofen, wenn er nicht am Deich nach den Wattvögeln sieht. Das ist kein Rückzug in die Idylle; er ist ein radikal denkender Mensch, der die Welt ungerecht eingerichtet findet. Mit Freunden von überall her diskutieren Rupert und Marie darüber, wie sich das ändern lässt. Fortwährend sind sie unterwegs in Deutschland und Europa, bevor sie nach Hamburg umziehen. Eine Liebesgeschichte, die von ihrem Ende her erzählt wird, als Rupert gestorben ist, mit fast achtzig, nach mehr als zwanzig Jahren Zusammenseins. Alles ist wie immer, nur Rupert fehlt. Er soll aber doch erfahren, was Marie, was die Freunde und eine unüberschaubar große Familie jetzt umtreibt. Marie schreibt ihm Briefe, sie erzählt es ihm...

Biografie

Sabine Peters, geb. 1961, studierte Literaturwissenschaft, Politikwissenschaft und Philosophie in Hamburg. Nach einigen Jahren im Rheiderland / Ostfriesland lebt sie seit 2004 wieder in Hamburg. Neben Romanen, Erzählungen und Hörspielen schreibt Sabine Peters auch Essays und Kritiken.

Peters war verheiratet mit dem Schriftsteller Christian Geissler. Das gemeinsame Zusammenleben und das Sterben des langjährigen Partners beschreibt sie in ihrem autobiographischen Roman Feuerfreund

Auszeichnungen

1987 Literaturförderpreis der Freien und Hansestadt Hamburg
1989 Ernst-Willner-Preis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt
1989 Stipendium des Deutschen Literaturfonds
1991 Weissenstein-Preis der Stadt Solothurn
1995 Stipendium der Akademie Schloss Solitude in Stuttgart
1999 Stipendium des Ledig House in Omi (New York)
2001 Clemens-Brentano-Preis der Stadt Heidelberg
2005 Evangelischer Buchpreis
2006 Sonderpreis der Jury zum Buch des Jahres Rheinland-Pfalz

Pressestimmen

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»Eine aus der Gegenwartsliteratur inzwischen mehr als vertraute Konstellation steht am Anfang des neuen Romans von Sabine Peters, eine Konstellation wie aus einem neuen Buch von Philip Roth oder Martin Walser.
Doch Sabine Peters schlägt neue Funken aus diesem alten Stoff, mehr noch: Sie entfesselt Blitze. Denn anders als bei Roth oder Walser lässt die vielfach ausgezeichnete Schriftstellerin Sabine Peters, geboren 1961 in Neuwied, ihre Liebesgeschichte in "Feuerfreund" nicht in einem katastrophalen Beziehungsdrama münden, sondern in einer Bestandsaufnahme des linksintellektuellen Denkens nach dem Mauerfall und in die behutsame Beschreibung einer 20jährigen Ehe voll bewegender Ausnahmesituationen wie von anrührenden Routinen.
(...) ein bewegendes Buch über eine unwahrscheinliche Liebe, die Zumutung des Todes und die Mechanismen der Erinnerung.«
(Dennis Scheck, Deutschlandfunk)

»Man darf wohl davon ausgehen, dass Sabine Peters aus sehr persönlicher Erfahrung spricht, auch wenn sie zu Beginn darauf hinweist, dass die Gestalten dieses Buchs nicht »identisch mit lebenden oder toten Menschen« seien. Sie sind identisch mit dem Gefühl, das Peters eindringlich vermittelt: ganz nah am Tod zu sein, um ihn am Ende doch zu verlassen. Denn sie gehört den Lebenden, mit denen sie identisch ist. Dafür eine Sprache zu finden, ist schwierig, Sabine Peters hat sie außerordentlich gut gemeistert.«
(Alain Claude Sulzer, Rheinischer Merkur, 07.10.2010)

»Sabine Peters` Buch ist eine Totenklage, zugleich aber auch ein Buch darüber, wie wir zu leben versuchen, ohne uns korrumpieren zu lassen. Dabei werden keine Thesen abgearbeitet und keine Programme verkündet, sondern es wird detailgenau erzählt, und das keinesfalls nur in Moll.«
(Jochen Schimmang, die tageszeitung, 04.05.09.2010)

»Selten ist in der deutschen Literatur vergleichbar klug und sensibel über ein Thema geschrieben worden, das uns alle betrifft.«
(Alexander Kosenina, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.10.2010)

»Ein warmer, stiller Text, erdverbunden und von großer sprachlicher Schönheit.«
(Annette Freudling, ekz.bibliotheksservice, August 2010)

»Sabine Peters` ergreifendes Buch zeigt in vielen Szenen, wie ein Sterbender in das Kraftfeld des Todes gerät - und wie die Chronistin verzweifelt um einen angemessenen Text der Trauer ringt und schließlich aus ihrer Sprachlosigkeit heraustritt.«
(Michael Braun, Der Tagesspiegel, 29.08.2010)

»Sabine Peters gelingt das Kunststück, aus einer sehr persönlichen Liebes- und Leidensgeschichte ein Geflecht zu schaffen, in dem sich Zeitläufte genauso finden wie unterschiedlichste Lebensentwürfe.«
(Franziska Hirsbrunner, DRS 2, 19.09.2010)

»Sabine Peters will alles möglichst genau beschreiben oder möglichst treffend zusammenfassen, ohne es dem, was ihm widerspricht, über- oder unterzuordnen. Alles, was da ist verdient volle Aufmerksamkeit. Diese Achtsamkeit kennzeichnet auch Sabine Peters¹ Stil. In »Feuerfreund« steht wohl kein einziges Füllwort und auch kein ungenaues.«
(Michael Schweizer, Kommune 5/2011, Oktober/November 2010)

»Eine Mischung aus Totenklage und bissigem Witz, ein reifes Buch.«
(chrismon.de, September 2010)

»Obwohl die im Roman genannten Orte, Daten und Fakten mit dem Leben von Sabine Peters und Christian Geissler übereinstimmen, sind die handelnden Personen doch nicht mit Sabine Peters und Christian Geissler identisch. Denn wie jeder gute Roman ist auch dieser ein Stück Offenlegung und zugleich, aus gutem Grund, Verschleierung, Erfindung, Fiktion. Marie und Rupert sind Figuren eines Gesellschaftsromans, der von einem ungleichen Paar, vom Arbeiten, vom Schreiben, Lieben, vom Leben und Sterben und vom Weiterleben erzählt.«
(Wend Kässens, Die Horen 55, 4/2010)

Eintritt:

6,- € / erm. 4,- €

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Werke:


Der Stachel am Kopf, Reinbek bei Hamburg 1990
Schreien, sprechen, Stuttgart 1996
Nimmersatt, Göttingen 2000
Abschied, Göttingen 2003
Singsand, Göttingen 2006
Feuerfreund, Göttingen 2010

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