Dienstag,
25. Okt. 2011 20 Uhr
Iris Hanika
Das Eigentliche / Roman
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Vom Leiden an der deutschen Vergangenheit und von der Suche nach dem Sinn des Lebens
Inhalt
Das Eigentliche ist für jeden etwas anderes. Für Hans Frambach sind es die Verbrechen der Nazizeit, an denen er leidet, seit er denken kann. Darum ist er Archivar im Institut für Vergangenheits-bewirtschaftung geworden; nur fragt er sich, ob es nicht an der Zeit für eine andere Arbeit wäre. Auch für seine beste Freundin Graziela stand die Fassungslosigkeit über diese Vergangenheit im Mittelpunkt bis sie einen Mann kennenlernte, der sie begehrte, und fortan die Begegnung der Geschlechter im Fleische für das Eigentliche hielt; ein Konzept, an dem sie nun zweifelt. Aber kann man denn den Nationalsozialismus für alles verantwortlich machen? Eigentlich ist es doch ihre Unfähigkeit zum Glück, die Hans und Graziela zu so wunderlichen Gestalten macht. Nur sie selbst halten ihr Unglück nicht für gott-, sondern für nazigegeben. Zugleich hat auch der Staat, in dem sie leben, sein Eigentliches. Es ist das unausgesetzte Bemühen um Harmlosigkeit seiner Repräsentanten, das allen voran die Bundeskanzlerin vorführt, wenn sie jede Woche übers Internet zu uns spricht.
Biographie
Iris Hanika, geboren 1962 in Würzburg, lebt seit 1979 in Berlin. Sie studierte in den 1980er Jahren Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Freien Universität Berlin. In den 1990er Jahren arbeitete Iris Hanika journalistisch für Zeitschriften (du, Der Alltag) und Zeitungen (taz, Frankfurter Rundschau).
Sie schrieb eine Chronik für den ›Merkur‹ und rezensierte ab 1998 politische Bücher für die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Für die Politik-Redaktion war sie von 1999 bis 2002 feste freie Mitarbeiterin der „Berliner Seiten“ der F.A.Z.,später für die NZZ.
Auszeichnungen
2006: Hans-Fallada-Preis der Stadt Neumünsters
2008: Treffen sich zwei auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis
2010: European Union Prize for Literature für Das Eigentliche
2011 Preis der LiteraTour Nord
Rezensionen:
„Das Eigentliche“ ist kein Buch über die Nazi-Verbrechen, sondern über die schwierige Auseinandersetzung der Nachgeborenen mit ihnen, eine gesellschafts- und mentalitäts-geschichtliche Zustandsbeschreibung des Landes, in dem Iris Hanika aufgewachsen ist und zu dem sie, wie sie sagt, eine „gemäßigt patriotische Beziehung“ hat. Merkur
»Es ist in meinen Augen wirklich das Aufregendste, was man in dieser Saison lesen kann - von einem deutschen Autor, einer deutschen Autorin jedenfalls. Ein Roman, der ein Fenster aufstößt. Ein Meisterwerk.« (Denis Scheck, druckfrisch)
"Ein klug provozierender Roman. Von diesem Buch geht eine große Unruhe aus, nicht zuletzt, weil Iris Hanika die knapp 180 Seiten grandios nutzt, um mit ästhetischen Kunstgriffen ihr Thema in immer wieder verändertem Licht zu zeigen. Literatur ist eben auch dazu da, Gewissheiten in Frage zu stellen, mit künstlerisch reflektierten Mitteln. Das genau hat Iris Hanika getan, und darin liegt eine wohltuende Kühnheit." Welt
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Eintritt:
6,- € / erm. 4,- €

Werke:
Katharina oder Die Existenzverpflichtung. Erzählung (1992)
Das Loch im Brot. Chronik (2003)
Musik für Flughäfen. Kurze Texte (2005)
Die Wette auf das Unbewußte oder Was Sie schon immer über Psychoanalyse wissen wollten (2006)
Treffen sich zwei. Roman (2008)
Das Eigentliche. Roman (2010)

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